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Nov 11

Kostenlos und von jedem internetfähigem PC der Welt aJoost-Beta-Logous sein persönliches TV-Programm schauen, so einfach wie über einen Fernseher; tausende Kanäle mit Shows, Filmen und Musikvideos – und alles ohne einen festen Sendeplan… Das und noch viel mehr verspricht vollmundig Joost, ein neuer Star im Web 2.0-Himmel.

Die Fernsehzukunft kommt aus dem Web

Das Fernsehen wohl früher oder später aus dem Internet kommen wird ist wohl jedem klar. Selbst die öffentlich rechtlichen Sender – z.B. das ZDF mit ihrer Mediathek – versuchen im Moment in diesen Zukunftsmarkt vorzupreschen. Klar braucht es dazu viel technisches Know-JoostHow, Joost stammt von den Erfindern der Musikbörse KaZaA und der populären Telefonie-Software Skype, kein Wunder dass man einem so erfolgreichen Team auch eine Revolution im Fernsehmarkt zutrauen würde.

Seit dem 1. Oktober befindet sich Joost in einer öffentlichen Betaphase, d.h. jeder kann den Service ausprobieren, es kann sich bis zum offiziellen Start aber noch einiges ändern. Die Installation verlief bei mir auf dem Mac vollkommen problemlos, einfach das Programm herunterladen, wenige Daten eintippen, die AGBs abnicken und schon geht es los.

Schicke Oberfläche – aber wo sind die Filme?

Die Oberfläche des Programm ist äußerst schick, dunkle Farbverläufe und elegante Bedienelemente laden zum Entdecken ein, es wurde viel mit Transparenz gearbeitet und Wert auf einfache Bedienung gelegt. Nach dem Start des Prgramms landet man in einem “Channel Explorer” der die verschiedene Sparten wie z.B. Comedy, Film oder Musik enthält. Mit wenigen Klicks landet man bei den Sendern und dort in der Liste der Filme.

Auf den ersten Blick wird klar was für ein Publikum Joosthier angesprochen wird, Sender wie Yoga4Dudes, Adult Swim und Martial Arts Channel sind eben wohl nicht gerade das, was deutsche Zuschauer gemeinhin suchen. Überhaupt sind deutsche Sendungen im Moment noch Mangelware, einzig Paramount stellt eine Reihe recht ansprechender Titel ins Netz, z.B. Klassiker wie “The Italian Job” mit Michael Caine von 1969, Stephen Kings Grusel-Schocker “Friedhof der Kuscheltiere” oder den Thriller Presidio. Neuere Produktionen – Fehlanzeige. Und wer sich anhand der Trailer einen Überblick verschaffen will, der wundert sich das diese zwar auf englisch, der Film dann aber auf deutsch den Zuschauer erreichen.

Wir unterbrechen kurz für die Werbung…

Mit dem Film “The Italian Job” habe ich das Fernsehgefühl getestet. Der große Vorteil von Joost ist, dass man jederzeit einen Film starten und stoppen kann und sich mit wenigen JoostKlicks ein eigenes Fernsehprogramm zusammenstellt. Die Sendung wird dann live über das Internet auf den Rechner übertragen, ein schneller DSL-Anschluss ist also Pflicht. Leider bleibt auch damit die Bildqualität bescheiden, kantige Ecken und bunte Artefakte sind nicht zu übersehen, der Ton ist dagegen super.

Natürlich muss sich so ein Service irgendwie finanzieren und so wird man vor dem Beginn einer Sendung, aber auch alle ca. 15 Minuten im Film mit Werbung unterbrochen. Meist nur ein einziger kurzer Clip, aber mit höherer Lautstärke und schon bald ist man sehr davon genervt. Auch von den Werbeanzeigen, die ab und zu rechts unten am Bildrand förmlich nach einem Klick betteln.

In meinem Test stockte der Film auch einige Male oder ruckelte eine Weile, einzig die Werbeeinblendungen liefen immer zuverlässig und mit bester Qulität. Nun gut, trotz dieser MackeJoostn habe ich den Gauner-Streifen mit seinen markigen Dialogen und den spektakulären Fluchtfahrzeugen (3 Mini Cooper die durch Kanäle, über Treppen und duch Fussgängerzonen jagen) genossen; würde dennoch eine DVD jederzeit vorziehen.

Fazit

Was gibt es sonst noch? Nun man kann sogenannte Widgets auf der Programmoberfläche platzieren, z.B. eine Uhr, ein Chatfenster um sich mit anderen Zuschauern zu unterhalten oder eine Box wo man seine persönliche Wertung für einen Streifen abgibt. Nette Ideen die jedoch keinen vom Hocker werfen. Entscheidend ist eben das Programmangebot und genau da hapert es noch gewaltig. Aber das Konzept ist gut und vielleicht sollte man Joost auf dem Radar behalten und in ein paar Monaten noch einmal reinschauen…



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