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Feb 21

Wer die Ausstellung Pop Life in der Hamburger Kunsthalle betritt, muss jegliche Vorstellung von klassischem Kunstverständnis ablegen. Nur wenige Meter neben den alten Meistern der Malerei erwartet den Besucher die  laute, grelle und spektakuläre Welt von Pop Art. Egal ob Andy Warhol, Keith Haring, Jeff Koons, Martin Kippenbergger oder Takashi Murakami – sie alle haben das Ziel mit Konventionen zu brechen und begreifen eine Symbiose aus Kunst und Kommerz nicht als Widerspruch sondern als Chance.

Ganz deutlich wird das bei Andy Warhol, dem der erste Teil der Ausstellung gewidmet ist. Vor Jahren prägte er einmal den Satz, dass bald jeder einmal für 5 Minuten berühmt sein würde. Das sein Erfolg wesentlich länger währte liegt sicher nicht nur an der gestalterischen Identität seiner Werke. Sein exzentrischer Drang zur Selbstdarstellung mit Auftritten in Talkshows und Fernsehserien, sein eigenes Magazin und das bewusste Einlassen auf Massenmedien waren wegweisend für eine ganze Generation von Künstlern.

In einem weiteren Raum wurde Keith Harings Pop Shop rekonstruiert, der 1986 in New York eröffnete und Kunst ähnlich wie Mode verkaufte. Mit dem Laden verfolgte er das Ziel, Kunst für jeden zugänglich und auch erschwinglich zu machen. Sein minimalistischer, oft auf Konturen reduzierter Stil wurde stark von der New Yorker Graffiti-Writing-Szene beeinflusst und zielte bewusst auf ein Massenpublikum ab.

Nur für Publikum ab 18 geeignet sind die großformatigen Bilder aus Jeff Koons-Serie “Made in Heaven”, die mit pornographischen Motiven provozieren. Seine übrigen Werke glänzen dagegen mit kitschigen Motiven in denen er sich selbst gekonnt in Szene setzt. Koons hatte übrigens auch einen Entwurf für den Hamburger Spielbudenplatz eingereicht, der zwei 108 Meter große Kräne und überdimensionale Kinderschwimmringe vorsah. Nach Protesten aus Bürgerschaft, aber auch von lokalen Künstlern wurde die Idee 2003 wieder aufgegeben.

Ein letzter Teil der Ausstellung widmet sich den visuellen Einflüssen der japanischen, von Mangas inspirierten Formen und Farbenwelt und schlägt eine Brücke zur heutigen Gestaltung von Konsumartikeln.

Die Ausstellung ist noch bis zum 9. Mai 2010 zu sehen und kostet für Erwachsene 10 EUR Eintritt. Die Kunsthalle ist Dienstag bis Sonntag von 10-18 Uhr geöffnet, an Donnerstagen bis 21 Uhr.


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