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Apr 30

Langsam, extrem langsam ist die Navigon-App für’s iPhone auf einem 3G Modell. Vom Programmstart über die Adresseingabe bis zur Kartenansicht vergehen locker 2 Minuten. Neben der Navigation Musik anhören geht – aber mit Rucklern die sich nicht selten irgendwann bis zu einem Absturz steigern. Da trösten die schöne 3D-Ansicht, die intelligente Stauwarnung und die vielen Sonderfunktionen wenig. Wer schonmal wegen eines Absturzes die Autobahnabfahrt verpasst und dann minutenlang auf die neue Routenberechnung gewartet hat weiß wovon ich rede. Doch vor kurzem habe ich eine Alternative gefunden die auf einem älteren iPhone weitaus besser funktioniert: Ndrive.

Für aktuell € 2,99 bekommt man im NDrive DACH -Store die Variante mit Karten für Deutschland, Österreich und Schweiz. Die Kartendaten stammen von Tele Atlas und entsprechen dem Stand Dezember 2009. In nur 20 Sekunden startet die App und präsentiert sich mit einem übersichtlichen Hauptmenü. Mit einem Klick gelangt man zur Zieleingabe. Anders als beim Navigon wird hier nicht die Standard-iPhone-Tastatur verwendet, dadurch sind die Tasten wesentlich größer und auch bei der Fahrt gut zu bedienen. Wartet man beim Navigon oft Sekunden, bis eine Adresse vervollständigt ist, so schafft Ndrive das fast in Nullzeit.

Die Kartenansicht ist kontraststark und auch bei bestem Sonnenschein gut ablesbar. Auf der Karte wird die Reststrecke, die verbleibende Gesamtstrecke und die Zeit bis zum Ziel angezeigt. Das die aktuelle Strasse im Stil eines Börsentickers am Bildschirmrand vorbeiläuft, mag nicht jedermanns Sache sein, dafür ist die Schrift schön groß. Extrem praktisch finde ich, dass ein Klick auf den Text einen Lautstärkeregler für die Sprachausgabe zum Vorschein bringt, beim Navigon ist dieser tief in den Einstellungen verborgen. Auf mehrspurigen Wegstrecken unterstützt  einen der eingebaute Fahrspurassistent mit einer minimalistischer Pfeilansicht  in der oberen Bildschirmhälfte bei der Navigation durch den Verkehrsjungle.

Ndrive unterstützt aktuell noch kein Text-To-Speech, sagt also keine Strassennamen an sondern zum Beispiel “Nach 100 Metern biegen sie an der zweiten Strasse ab.” Sicher Ansichtssache, aber ich vermisse die Ansage von Strassennamen nicht. Die Durchsagen werden von einer ruhigen, angenehmen Frauenstimme in gemächlichem Tempo klar und deutlich vorgetragen. Selbst bei lauter Musik kann man die Stimme prima verstehen, zudem lässt sich die Lautstärke ziemlich hochregeln. Wer ein Auto mit iPod-Connector fährt, freut sich bestimmt, dass Musik bei den Ansagen soft ausgeblendet wird. Eine iPod-Steuerung wie beim Navigon gibt es nicht, hier muss man das Display des Autoradios zu Hilfe nehmen.

Nach so viel Lob müssen natürlich auch einige Kritikpunkte angesprochen werden. Ab und zu hatte das nDrive Probleme mit parallel verlaufenden Strassen, auf denen sich das Navi plötzlich wähnte. Es kam auch vor, dass das Ziel auf der falschen Seite einer Kreuzung angezeigt wurde oder bei einer spitz auf eine Kreuzung zulaufenden Strasse keine Anweisung zum Abbiegen kam. Trotz allem: schon nach kurzer Zeit wollte ich mein Navigon nicht mehr verwenden, auch wenn es in vielen Punkten ausgereifter sein mag. Funktionell bietet nDrive wirklich viel, von der Suche nach Sonderzielen, einer Koordinatenanzeige für GeoCacher über einen Fussgänger-Modus bis hin zu einem Abenteuer-Modus, der die Bewegungsrichtung auf einem Kompass und die Strecke als Luftlinie darstellt. Letztendlich spielt es seinen Joker jedoch durch hohe Zuverlässigkeit vor allem schnellere Bedienung aus.


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