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Feb 13

Ganze Dramen fussen auf der Frage, inwiefern Männer Gefühle zeigen dürfen. Als James Dean 1955 in Jenseits von Eden verzweifelt um Liebe und Anerkennung kämpft sind die Lager noch klar getrennt. Der Mann definiert sich durch Status, Erfolg und Geld – Gefühle zu zeigen galt als Zeichen der Schwäche. Heute, 55 Jahre später sehen wir im Fernsehen einen französischen Präsidenten der vor laufender Kamera mit seiner Geliebten turtelt, Casting-Shows mit weinenden Sängern und Männer die offen über Liebe und Zurückweisung sprechen. Was ist passiert?

Sicher hat die Emanzipation der Frauen in den 60′ern ihren Teil dazu beigetragen, dass auch Männer aus dem vorgefertigten Rollenschema ausbrachen. Vielleicht war es auch die Erkenntnis dass gesellschaftliche Veränderungen oft weniger durch Intellekt als viel mehr durch starke Gefühle vorangetrieben werden.  Den komplexen Ursachen dieser Veränderung auf den Grund zu gehen ist das Ziel eines Männerkongresses, der vom 19. bis 20. Februar in den Räumen der Heinricht Heine – Universität Düsseldorf stattfindet.

In der Ankündigung heisst es:
Das herkömmliche Bild vom Mann unterliegt in der Nachmoderne einer zunehmenden Kritik und Fragmentierung. Diese kulminiert mittlerweile in der Rede von der Krise der Männlichkeit, welche beispielsweise in gesundheitlichen Risiken oder beeinträchtigten Bildungschancen zum Ausdruck kommt.

Sind Männer mittlerweile in der Gesellschaft benachteiligt? Und braucht es einen neuen Typ Mann um auf die geänderten sozio-kulturellen Veränderungen adequat zu reagieren? In Arbeitsgruppen werden Psychologen, Soziologen und Wissenschaftler anderer Disziplinen sich mit alten und neuen Männerbildern auseinandersetzen.

Es wäre wünschenswert, wenn sich der Diskurs bis in die mediale Öffentlichkeit fortsetzen würde. Der Suizid von Robert Enke im November letzten Jahres hat deutlich vor Augen geführt, dass es im Fussball, aber auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen immer noch genügend Tabu-Zonen gibt, in denen männliche Gefühlsäußerungen geächtet werden.

Mehr Infos zum Kongress auf der offiziellen Webseite.



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