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Apr 08

Wenn man Probleme hat ein Konto zu eröffnen, einen Handy-Vertrag abzuschliessen oder online plötzlich nur noch per Vorkasse bezahlen kann, dann liegt das mit Sicherheit an einem schlechten Scoring-Wert. Auskunfteien wie die SCHUFA berechnen diese Zahl, um Firmen über die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden zu informieren und vor Zahlungsausfällen zu schützen.

Was für die Firmen eine tolle Sache ist, kann für den Kunden zum Problem werden. Denn man kann auch völlig ungerechtfertigt einen schlechten Scoring-Wert bekommen. Das liegt daran, dass zur Berechnung der Kreditwürdigkeit viele Faktoren betrachtet werden, u.a. auch die Wohnlage. Wer also zum Beispiel in einer Straße wohnt, wo viele Menschen ihre Katalogbestellungen nicht bezahlt haben, wird mit großer Wahrscheinlichkeit – natürlich ungerechtfertigt – selbst nur noch per Vorkasse bestellen können.

Viele Informationen sind zudem veraltet oder gänzlich falsch – Experten sprechen von 45 Prozent falschen Angaben. Da war es dringend notwendig, dass der Gesetzgeber die Rechte der Bürger stärkt um sich gegen eine ungerechtfertigte Bewertung zur Wehr zu setzen. Bisher war das zwar schon (kostenpflichtig) in begrenztem Maße möglich, doch eine letzte Woche eingeführte Änderung am Bundesdatenschutzgesetz geht noch viel weiter.

Seit letztem Donnerstag hat jeder Bürger das Recht, einmal pro Jahr eine kostenlose Selbstauskunft von den Daten sammelnden Firmen anzufordern. Neben den gespeicherten Informationen müssen auch die Herkunft der Daten sowie die Firmen genannt werden, an welche diese Informationen weitergegeben wurden. Zugleich bekommt der Bürger erstmals die Möglichkeit, falsche Angaben zu korrigieren. Nicht angeben müssen die Firmen allerdings, nach welcher Formel sie letztendlich den Scoring-Wert berechnen.

Trotzdem, ein Riesenschritt in die richtige Richtung. Der Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit , Peter Schaar, empfielt jedem Bürger dieses Auskunftsrecht wahrzunehmen. Dazu hat er Vordrucke für die 6 wichtigsten Wirtschaftsauskunfteien SCHUFA, accumio, arvato, Bürgel, CEG und Deltavista zum Download bereitgestellt. Einfach online ausfüllen, drucken und zusammen mit einer Ausweiskopie an die angegebenen Adresse schicken.

Wer nicht mehr als nötig von sich preisgeben möchte, darf auf der Ausweiskopie alle Angaben außer Anschrift und Name schwärzen. Ich bin ziemlich gespannt welche Daten über mich gespeichert wurden, keine Ahnung ob das viele Informationen sind. Als Verbraucher ist man sich ja selten bewusst, wer alles persönliche Informationen sammelt und auch nutzt. Ich könnte jedenfalls auf Anhieb nicht einschätzen ob 5 oder 50 Firmen meine Kreditwürdigkeit abgefragt haben. Insofern ist dieses Recht auf Selbstauskunft eine gute Sache.


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